"Das Volumen an semantischen Daten erhöht sich dramatisch"
24.10.2008
Interview mit Semantic Web Spezialist Andreas Blumauer: Andreas Blumauer ist Geschäftsführer der Semantic Web Company: das Unternehmen bietet Firmen und öffentlich-rechtlichen Institutionen Dienstleistungen rund um das Thema Semantic Web, semantische Technologien und Social Software, von Schulung und Consulting bis hin zur Implementation konkreter Projekte. Gemeinsam mit Tassilo Pellegrini stelle Andreas Blumauer das Text-Kompendium “Social Semantic Web” für den Springer Verlag zusammen - Informationen rund um den Sammelband findet man im zugehörigen Wiki. Für das Blogpiloten-Special über Web 3.0 und Semantic Web führte Ritchie Pettauer ein Interview mit Andreas Blumauer.
Die Semantic Web Company befasst sich mit Wissenstransfer und mit dem Einsatz neuer Webtechnologien. In den letzten Jahren gab es zahlreiche Konferenzen und wissenschaftliche Papers zum Thema “Semantic Web” - welche Technologien sind bereits konkret im Einsatz?
RDF als Basis des Semantic Web ist bereits im “Großeinsatz”, beispielsweise stützt sich das Metadatenmodell der eben veröffentlichten OpenOffice Suite 3.0 auf RDF. Damit erhöht sich das Volumen an Semantic Web Daten weiter dramatisch.
Im Kern des Semantic Web steckt die so genannte “Linking Open Data Cloud”, kurz: LOD-Cloud, die nun schon aus über zwei Billion Triples besteht und eine Reihe interessanter Anwendungen hervorgebracht hat wie z.B. Mobile DBpedia.
Gerade eben hat das W3C nun RDFa, quasi die Microformate des Semantic Web, als Empfehlung verabschiedet. Damit kann man in jedes XHTML Dokument RDF Metadaten einbetten.
Neben Oracle gibt es in der Zwischenzeit bereits auch einige Anbieter ausgereifter Triple Stores (RDF Datenbanken), die Infrastruktur ist nun also da - es ist zu erwarten, dass sich viele Enduser-Anwendungen in den nächsten Monaten dazugesellen werden. Neben Yahoo! SearchMonkey hat sich ja neuerdings auch die Drupal-Community zunehmend den Semantic Web Standards verschrieben und mit einem kleinen Plug-In namens Triplify kann man prinzipiell alle CMS oder Wikis ins Semantic Web einhängen.
Ein guter Startpunkt dafür sind jedenfalls auch Semantic Wikis: Die Informationen zu unserem neuen Springer-Band “Social Semantic Web” haben wir beispielsweise mit dem Semantic MediaWiki erfasst und publiziert.
So lassen sich die Zusammenhänge schneller browsen oder mittels facettierter Suche schneller finden. Alle Informationen zu Autoren, Themen oder Artikeln sind außerdem via RDF mit anderen RDF-Quellen leicht zu vernetzen - und darin liegt eigentlich der Mehrwert des Semantic Web. [...Auszug...]
source: Blogpiloten







